FAQ

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Welcher Wassergefährdungsklasse ist Heizöl EL zuzuordnen?

Wassergefährdungsklasse WGK 2

Wann ist für eine Heizöltankanlage eine Baugenehmigung erforderlich?

Die Erfordernis einer Baugenehmigung ist länderspezifisch in den jeweiligen Landesbauordnungen geregelt.

  • z.B. in Baden Württemberg bei einer Lagermenge über 5 m³
  • in Bayern bei einer Lagermenge über 10 m³
Wo ist die Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten grundsätzlich unzulässig?
  • In Durchgängen und Durchfahrten
  • In Treppenräumen 
  • In allgemein zugänglichen Fluren
  • Auf Dächern von Wohnhäusern, Krankenhäusern, Bürohäusern und ähnlichen Gebäuden sowie in deren Dachräumen
  • In Arbeitsräumen 
  • In Gast- und Schankräumen 
Ab welcher Lagermenge ist für eine oberirdische Heizöltankanlage ein separater Heizöllagerraum erforderlich?

Über 5.000 Ltr. Lagermenge darf der Heizöllagerraum nicht anderweitig genutzt werden.

Darf in einem Heizraum mit Feuerstätte Heizöl gelagert werden?

Ja, bis zu einer Lagermenge von 5.000 Ltr. Von der Feuerstätte (Brenner, Kessel, Rauchrohren)
ist ein Abstand von 1m erforderlich, soweit nicht ein Strahlungsschutz vorhanden ist.

Dürfen Lüftungseinrichtungen in Lagerräumen oder Domschächten münden?
  • Nein, Lüftungseinrichtungen dürfen nicht in geschlossenen Räumen oder Domschächten münden!
  • Dies gilt nicht für oberirdische Einzelbehälter mit einem Volumen bis 1000 Liter. Bei Anlagen mit Behältern unter Erdgleiche - z.B. unterirdischen Behältern und Behältern in Kellern- muss die Lüftungsleitung mindestens 500 mm über der Füllöffnung und mindestens 500 mm über Erdgleiche münden.
Wie groß müssen Lüftungsleitungen dimensioniert werden?
  • Die lichte Weite der Lüftungsleitung ist abhängig vom Prüfüberdruck der verwendeten Behälter
  • Prüfüberdruck Behälter > 0,3 bar - DN 40 (z.B. Stahlzylindertank, Kunststoff-Batterietanks)
  • Prüfüberdruck Behälter < 0,3 bar - DN 50(z.B. Kellertanks nach DIN 6625)
Müssen Heizöllagertanks mit einem Grenzwertgeber ausgerüstet sein?
  • Ja, Behälter mit mehr als 1000 Liter Volumen, die aus Straßentankfahrzeugen oder Aufsetztanks befüllt werden, müssen mit einem zugelassenen Grenzwertgeber ausgerüstet sein.
  • Ausnahme: Oberirdische Einzelbehälter bis 1000 Ltr. Volumen dürfen im Vollschlauchsystem nur mit einem selbsttätig schließenden Zapfventil im freien Auslauf befüllt werden. Ein fester Füllanschluss ist dabei nicht zulässig.
Welche Vorschriften, Anforderungen und Abstände müssen beim Einbau unterirdischer Heizöllagerbehälter beachtet werden?
  • Der Einbau unterirdischer Behälter aus Stahl ist in der TRbF 20 geregelt.
  • Für unterirdische Behälter aus Kunststoff gelten die in den Bauart-zulassungen/Prüfbescheiden genannten Einbauvorschriften.

Im wesentlichen gilt:

Abstände

  • zur Grundstücksgrenze, Nachbargrundstück mind. 1 m
  • zum Gebäude mind. 1 m
  • zu öffentlichen Versorgungsleitungen mind. 1 m, geringere Abstände sind nur im Einvernehmen mit dem Versorgungsunternehmen zulässig.
  • Behälter untereinander (Stahl) mind. 40 cm
  • Behälter untereinander (Kunststoff) mind. 60 cm

Erdüberdeckung

  • mindestens 30 cm (nicht zu empfehlen wg. Frostgefahr)
  • max. 1 m

Verfüllmaterial

  • Bitumenisolierte Tanks: Sand, Korngröße <= 2 mm
  • GFK-isolierte Tanks: Kies Körnung 2 - 8 oder 8 - 16
  • Epoxydharz-isolierte Tanks: Sand, Korngröße <= 2 mm
  • Polyurethan-isolierte Tanks: Sand, Korngröße <= 2 mm

Einbaulage

  • Die Tankgrube ist so vorzubereiten, dass der Tank zum Domende hin ein Gefälle von 1% erhält

 

 

Was ist ein Iso-Test (Isolationsprüfung) und mit welcher Prüfspannung wird dieser durchgeführt?

Die Unversehrtheit des Tanks und der Isolierung muss unmittelbar vor dem Absenken in die Tankgrube
von einem Sachkundigen geprüft und bescheinigt werden. D.h. die Isolierung wird vor dem Einbau einer
Hochspannungsprüfung auf Unversehrtheit und Porenfreiheit unterzogen.

Vorgeschriebene Prüfspannungen:

  • Behälter mit Bitumenisolierung 14.000 Volt
  • Behälter mit verstärkter Bitumenisolierung 20.000 Volt
  • Behälter mit GFK-Isolierung 30.000 Volt
  • Behälter mit Epoxydharz-Isolierung 14.000 Volt
  • Behälter mit Polyurethan-Isolierung 6.000 Volt
Warum ist eine Einbauüberwachung erforderlich und welche Leistungen sind darin enthalten?
  • Der Einbau von Tanks darf nur von Fachbetrieben ausgeführt werden.
  • Verfügt der Besteller/Betreiber nicht über die Fachbetriebseigenschaft oder über sachkundiges Personal, können diese Leistungen gegen Bezahlung beim Hersteller bestellt werden.

Die Einbauüberwachung (EÜ) beinhaltet beim Stahlzylindertank:

  • Bereitstellen eines Werksachkundigen an der Baustelle
  • Kontrolle der Baugrube und des Verfüllmaterials
  • Überprüfung der Außenisolierung (Isolationstest, mit 14.000 Volt Hochspannung - Auflaminieren einer Schutzkappe über die Kranöse)
  • Überwachung des Tankeinbaus und der ordnungsgemäßen Verfüllung der Grube bis 30 cm über den Tankscheitel
  • Ausstellen einer Isolationsbescheinigung und einer Einbaubescheinigung gemäß TRbF 20
Dürfen unterirdische Lagertanks von Fachbetrieben geprüft werden?

Nein, die Prüfung darf nur von Sachverständigen ausgeführt werden.

Welche Prüfungen sind bei unterirdischen Lagertanks erforderlich bzw. vorgeschrieben?
  • Prüfung vor Inbetriebnahme oder nach einer wesentlichen Änderung
  • Wiederkehrende Prüfung alle 5 Jahre, in Wasserschutzgebieten alle 2 ½ Jahre
  • Vor der Wiederinbetriebnahme einer länger als ein Jahr stillgelegten Anlag
  • Wenn die Anlage stillgelegt wird
Wer hat die Überprüfung zu veranlassen?

Der Betreiber hat nach Maßgabe des Landesrechts Anlagen durch zugelassene Sachverständige auf den ordnungsgemäßen Zustand überprüfen zu lassen. (WHG-Pflichten des Betreibers)

Muss ein unterirdischer Tank nach einer Stilllegung verfüllt werden?

Dies richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten und den statischen Erfordernissen, insbesondere dann, wenn der Tank unterhalb eines befahrbaren Bereiches eingebaut ist.
Bei gewerblichen Anlagen ist eine Verfüllung grundsätzlich erforderlich.

Welche Mindestabstände müssen bei oberirdischen Heizöllagerbehältern aus Stahl eingehalten werden?

Aufstellung in Räumen

  • Wandabstand allseitig 40 cm
  • Bodenabstand 10 cm
  • Deckenabstand 60 cm (b. Dom DN 500)
  • Deckenabstand 50 cm (b. Dom DN 600)

Aufstellung in Freien

Die Bedingungen richten sich jeweils nach den örtlichen Gegebenheiten. Generelle Aussagen können daher nicht gemacht werden, da besonders Auflagen des Brandschutzes, des Wasser- und Baurechts zu beachten sind.

Bitte reichen Sie deshalb eine Voranfrage bei der zuständigen Genehmigungsbehörde ein.

Wie groß müssen Auffangräume/Auffangwannen bemessen sein?

Im allgemeinen muss das Volumen dem Rauminhalt der darin aufgestellten Anlage entsprechen.
Dies gilt generell in Wasserschutzgebieten und bei Tanks, die kommunizierend (flüssigkeitsausgleichend) mit einander verbunden sind.

Bei nicht kommunizierenden Tanks (z.B. durch Fußventil getrennt) genügt außerhalb von Wasserschutzgebieten das Volumen des größten Tanks.

 

Welche baulichen Anforderungen werden an Auffangräume/Auffangwannen gestellt?
  • Aus nichtbrennbaren Baustoffen
  • Abläufe nicht zulässig
  • Öffnungen und Durchlässe für Rohrleitungen unzulässig
  • Bewegungsfugen unzulässig
  • Dreifache ölbeständige Beschichtung in unterschiedlichen Farben
  • Beschichtungsstoffe mit Zulassung
  • Innenliegende Kanten mit Hohlkehle
  • Statischer Nachweis für Aufmauerung erforderlich.
    Bei einer Mauer von 1 m Höhe und 24 cm Wanddicke kann davon ausgegangen werden, dass diese ausreichend stabil ist.
Welche Abstände sind bei der Aufstellung von Batterietanks einzuhalten?
  • Wandabstand 40 cm an zwei aneinander grenzenden zugänglichen Seiten 5 cm an den weiteren Seiten und untereinander
  • Bodenabstand - nicht erforderlich
  • Deckenabstand bei einreihiger Aufstellung ca. 25 cm (Montagefreiheit).
    Bei mehrreihiger Aufstellung 60 cm erforderlich
Darf in Wasserschutzgebieten Heizöl gelagert werden?
  • Im Fassungsbereich und in der engeren Zone von Schutzgebieten sind unterirdische Anlagen grundsätzlich unzulässig. Für oberirdische Anlagen können nach Landesrecht Ausnahmen möglich sein
  • In der weiteren Zone von Schutzgebieten sind oberirdische Anlagen bis 100 m3 zulässig und unterirdische Anlagen bis 10 m3
Wie viele Batterietanks gleicher Größe dürfen zu einer Anlage zusammengeschlossen werden?
  • Reihenaufstellung max. 5 Behälter
  • Blockaufstellung max. 25 Behälter
In welche Zonen sind Wasserschutzgebiete eingeteilt?
  • Zone I = Fassungsbereich
  • Zone II = engere Schutzzone
  • Zone III = weitere Schutzzone (evtl. unterteilt in Zone IIIA und II B)
  • Hinweis! Zone III B gilt nicht als Schutzgebiet im Sinne der VAwS
Für was stehen die Abkürzungen ...
  • AbfG
    Abfallgesetz
  • BAM
    Bundesamt für Materialforschung und -Prüfung
  • BimSchG
    Bundesimmissionsschutzgesetz
  • ChemG
    Chemiekaliengesetz
  • DIBt
    Deutsches Institut für Bautechnik
  • DIN
    Deutsches Institut für Normung e.V.
  • EN
    Europa Norm
  • FeuV
    Verordnung über Feuerungsanlagen und Heizräume
  • GefStoffV
    Gefahrstoffverordnung
  • HBV-Anlagen
    Anlagen zum Herstellen, Behandeln und Verwenden wassergefährdender Stoffe
  • LAU-Anlagen
    Anlagen zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen wassergefährdender Stoffe
  • LBO
    Landesbauordnung
  • PTB
    Physikalisch-Technische Bundesanstalt
  • RAL
    (Reichs-) Ausschuss für Lieferbedingungen und Gütesicherung
  • TRbF
    Technische Regeln brennbare Flüssigkeiten
  • TRGS
    Technische Regeln für Gefahrstoffe
  • VAwS
    Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe
  • VbF
    Verordnung über Anlagen zur Lagerung, Abfüllung und Beförderung  brennbarer Flüssigkeiten
  • WGK
    Wassergefährdungsklasse
  • WHG
    Wasserhaushaltsgesetz
Welche Anforderungen müssen Domschächte für Erdtanks erfüllen?
  • Sie müssen flüssigkeitsdicht und beständig sein. Diese Anforderungen werden durch aufgeschweißte Domschächte nach DIN 6626 und Domschachtkragen nach DIN 6627 erfüllt.
  • Geringe Verlustmengen müssen erkannt und beseitigt werden können.
  • 1 m lichte Weiter (mind. 20 cm größer als Domdeckel)
  • Abdeckungen müssen unfallsicher sein, (im Verkehrsbereich Prüflast mind. 100 kN) und das Eindringen von Oberflächenwasser (Niederschlag) verhindern.
Ist eine Teilauskleidung bei einem Stahltank zu empfehlen?

Ja, die Behältersohle des Stahltanks ist der gefährdeste Bereich auf dem sich im Laufe der Betriebszeit Schlamm und Kondenswasser ablagern und zu Korrosionen führen kann.
Eine Beschichtung der Behältersohle (Teilauskleidung) dient der Werterhaltung und verlängert die Lebensdauer erheblich.

Ist eine Tankreinigung zu empfehlen und in welchen Intervallen soll diese ausgeführt werden?

Ja, im Laufe der Zeit setzt eine gewisse Sedimentbildung bestehend aus Schlamm, Kondenswasser etc. auf der Behältersohle ein, die zu Korrosionen oder Störungen der Anlage (Filterverstopfung) führen kann.
Als Empfehlung für eine Tankreinigung kann ein Zeitraum von 7 - 10 Jahren angesetzt werden.

Wer darf eine Tankreinigung durchführen und wer ist damit zu beauftragen?

Nur Fachbetriebe nach  WHG, die eine spezielle Fachbetriebszulassung für Tankreinigung und Tankschutz besitzen.

Wie kann ich die Inhaltsmenge erkennen bzw. feststellen?

Es gibt unterschiedliche Meßsysteme, die individuell nach Einsatzzweck, Handhabung und Bedienerfreundlichkeit ausgewählt werden können.

  • Peilstab mit cm Skala und Peiltabelle
  • Mechanische Inhaltsanzeiger (Fadenschwimmer)
  • Pneumatische Inhaltsanzeiger
  • Elektro-pneumatische Inhaltsanzeiger
  • Elektronisch-Kapazitive-Inhaltsanzeiger

Wir beraten Sie gerne bei der Auswahl, abgestimmt auf Ihre Bedürfnisse, Tel. 07157-562-200.

Wasser im Domschacht? Wie kann Abhilfe geschaffen werden?

Dieser Umstand kann auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden.
Für die Schadensfeststellung, Ursachenbehebung und Auswahl der möglichen Sanierungsmaßnahmen ist eine Baustellenbesichtigung unabdingbar.

Mögliche Ursachen können sein:

  • Undichte Schacht-/Rohrdurchführungen
  • Undichte oder falsch gewählte Schachtabdeckungen
  • Verschmutzte und defekte Dichtungen
  • Schwitzwasser
  • Schadhafte Domschachtwände

Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung - wir beraten Sie gerne auch im Hinblick auf die Möglichkeit der Verwendung von "Sanierungsdomschächten".

Was muss unternommen werden, wenn das Leckanzeigegerät des Tankes auf Alarm geht?
  • Es besteht kein Grund zur Panik, da die Doppelwandigkeit der Tanks ausreichenden Schutz vor einer möglichen Leckage bietet.
  • Schalten Sie den Alarmton (verplombter Schalter) am Leckanzeigegerät aus und benachrichtigen Sie unverzüglich uns oder Ihren Fachbetrieb vor Ort.
  • Sollte das Gerät am Wochenende oder an einem Feiertag auf Alarm gehen genügt es, wenn Sie am nächsten Arbeitstag bei uns anrufen.
Weitere Fragen zum Themenbereich Tankwartung, Tanksanierung, Tankschutz?

Dann rufen Sie uns einfach an, Tel. 07157-562-200.

Wir beraten Sie kompetent, umfassend und individuell